Aktuelles

Zurück zur Übersicht

03.12.2020

Schlüsselübergabe für das neue Frauenhaus der Brücke

Innenministerin: „Mit diesem neuen Ersatzbau des Rendsburger Frauenhauses werden bei gleicher Platzzahl die Qualität der Unterbringung und die Betreuungsmöglichkeiten deutlich verbessert."

Das Frauenhaus in Rendsburg war seit 30 Jahren in einem von der Stadt gemieteten Gebäude untergebracht. Wegen der räumlichen Enge und Mängeln beim Brandschutz realisierte die Brücke als Trägerin des Frauenhauses nun einen Neubau.

Eine „konzertierte Aktion“ mache den Neubau mit 22 Plätzen für schutzbedürftige Frauen möglich, lobte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack gestern bei der symbolischen „Schlüsselübergabe“. Die etwa 2,1 Millionen Euro umfassenden Arbeiten konnten auch in Corona-Zeiten nahezu planmäßig zum Abschluss vollendet werden. Etwa die Hälfte der Mittel kommt vom Land aus IMPULS-Mitteln und der Sozialen Wohnraumförderung. „Das ist alles andere als selbstverständlich. Ich freue mich, dass wir diese Schlüsselübergabe direkt in der Woche nach dem Tag gegen Gewalt an Frauen vollziehen können. Noch vor Weihnachten wird der Umzug stattfinden“.

„Mit dem Neubau des Frauenhauses leistet die Brücke Rendsburg-Eckernförde e.V. einen wichtigen Beitrag für die soziale Infrastruktur. Wir freuen uns, die Förderrichtlinie für Neubau und Modernisierung der Frauenhäuser für das Land Schleswig-Holstein umsetzen zu können. Dabei bringen wir unser Know-how über eine bestmögliche Kombination von Fördermitteln ein", sagte der Vorstandsvorsitzende der IB.SH, Erik Westermann-Lammers. Insgesamt stehen 10,3 Millionen Euro aus IMPULS-Mitteln für die Frauenhäuser in Schleswig-Holstein zur Verfügung.

Frauenhaus - beispielhafte Kooperation

v. links: Brücke-Vorständin Heike Rullmann, Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack, Kreispräsidentin Dr. Juliane Rumpf, Vorsitzender des Verwaltungsrates der „Entwicklungsagentur“, Bürgermeister (Büdelsdorf) Rainer Hinrichs, Frauenhausleiterin Andrea Gonschior (Brücke), Gerhard Petermann, (IB.SH), Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Silvia Kempe-Waedt.

Heike Rullmann, Vorständin der Brücke Rendsburg-Eckernförde, erklärte: „Wir eröffnen den Neubau eines Frauenhauses – und mit ihm erneut die Debatte über häusliche Gewalt. Wir sind empört darüber, dass im vergangenen Jahr die Zahl der weiblichen Opfer häuslicher Gewalt wieder angestiegen ist. Der Neubau des Frauenhauses ist das Ergebnis eines beispielhaften Konsenses: Das Ministerium, der Kreis und die Kommunen unserer Region – Frauen und Männer - waren sich einig über die Notwendigkeit dieses Zufluchtsorts für Frauen und ihre Kinder, der auch der Ort ihres Neubeginns ist. Wir nehmen die Verantwortung an, die Frauen und Kinder, die bei uns Schutz vor häuslicher Gewalt gefunden haben, auf dem Weg in ein gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Das neue Frauenhaus bietet deutlich bessere Bedingungen für die Bewohnerinnen, sich selbst ggf. gemeinsam mit ihren Kindern neu aufzustellen. Und unsere Mitarbeiterinnen sind hoch motiviert, sich in diesem modernen, bedarfsgerechten Haus für die Belange der Bewohnerinnen einzusetzen.“

Andrea Gonschior (Brücke Rendsburg-Eckernförde), Leiterin des Rendsburger Frauenhauses: „Wir freuen uns, dass die Frauen und ihre Kinder jetzt in einem freundlichen hellen Haus auf angemessenem Raum Schutz und Ruhe finden, um neue Perspektiven entwickeln zu können. Mit den neuen Büroräumen können wir erstmals den notwendigen Raum für die Beratung der Frauen anbieten – und auch als Mitarbeiterinnen von der Arbeitsumgebung profitieren.“