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21.02.2019

Hohe Pflegequalität, attraktive Arbeitsplätze und verlässliche Partnerschaft

Interview  mit Thomas Wittke, Einrichtungsleiter der Büdelsdorfer Seniorenwohnanlage „Am Park“

Das in Brücke-Einrichtungen beschäftigte Personal wird nach Tarif bezahlt. Wie kam es zu dieser Regelung?

Durch unseren Qualitätsanspruch. Es gehört zu unseren obersten Prinzipien, einen mehr als ausreichenden Personalschlüssel in der Versorgung der Bewohner*innen vorzuhalten in Verbindung mit einer angemessenen Fachkraftquote. Wir bieten also anspruchsvolle Arbeits-plätze, die natürlich auch entsprechend vergütet sein müssen. Wir suchen und binden Personal; mit den jetzt gezahlten Gehältern sind wir in enger Nähe zum Lohnniveau des öffentlichen Dienstes.

Thomas Wittke

Bundesweit steigt ständig der Eigenanteil, den Bewohner*innen von Altenheimen oder deren Angehörige zu zahlen haben. Sind Ihnen diese Preissteigerungen zu vermitteln?

Unsere Formel „Gutes Geld für gute Pflege“ ist ausgesprochen leicht plausibel zu machen. Dass sich also Lohnkosten in steigenden Preisen abbilden, wird durchaus akzeptiert. Wir müssen aber erhebliche Auf-klärung leisten, was die Eigenbeteiligung angeht. Hier dränge ich darauf, die Rollenverteilung kritisch zu betrachten: Die Gesetzeslage gibt derzeit nicht mehr als das bisher vereinbarte Pflegegeld her. Daher freue ich mich, dass gerade gestern der Hamburger Senat eine Kurskorrektur im Bundesrat einforderte, nämlich die Senkung und das Einfrieren der Eigenanteile!

Welche Möglichkeiten haben Betreiber von Seniorenwohnanlagen, gegen die finanzielle Mehrbelastung der Bewohner*innen und ihren Angehörigen anzusteuern?

Wir tragen den „Igel in der Tasche“, wie man so sagt: Streng wirtschaft-liche Ausgabendisziplin unsererseits bremst das Ansteigen der Preise. Außerdem ist es bei uns angewandte Praxis, Bewohner*innen und ihre Angehörigen in Bezug auf „Hilfe zur Pflege“, also bei der Beantragung von Sozialhilfe ausgiebig zu beraten.

Wie geht man als Einrichtungsleiter mit Beschwerden um? Ist die öffentliche Debatte zum Beispiel um die Umstrukturierung der Einrichtung „Neue Heimat“ hilfreich?

Eine Debatte um die Situation und die Zukunft der Pflege ist zu begrüßen – bitte aber breit und fair! In allen unseren Einrichtungen ist ein Beschwerdemanagement eingeführt, dass sich gut bewährt. Frühzeitiges Erkennen und rasches Handeln ist hier unsere Devise. Ich beobachte in vielen Fällen, dass Meldungen aus der Bewohnerschaft oftmals gar nicht zu Beschwerden werden, sondern konstruktiv als Verbesserungsvor-schläge eingebracht und aufgenommen werden. – Und zur „Neue Heimat“: Ich empfinde es als undankbar, wenn wir für die massiven Fehler aus der Vergangenheit verantwortlich gemacht werden sollen. Wir sind angetreten, um zu helfen! Ich setze auf Transparenz und eine sachliche Berichterstattung.